Darlehen trotz Überschüssen?

Nach dem Artikel „Wird Gemeindesilber verscherbelt“ in unserer letzten Ausgabe von “Gänserndorf direkt” wurden wir seitens des VP-Bürgermeisters Lobner als „realitätsfremd“ bezeichnet. In seiner damaligen NÖN-Stellungnahme sprach Lobner die gute Entwicklung der Finanzen in seiner Amtszeit an. Nun, nicht einmal zwei Monate später, wird ein Darlehen für Straßenbau-Projekte aufgenommen, obwohl die von uns kritisierten Verkäufe ja angeblich genug Geld in die Stadtkasse gespült haben sollten. Wenn Gänserndorf finanziell wirklich so gut dasteht, warum wird dann nun fremdfinanziert? In der Mai-Ausgabe der Gemeindezeitung spricht Lobner erneut die deutliche Erhöhung des Rücklagenstandes und die – so „wichtige“ – Auflösung der Wertpapierbestände an und bekundet der Stadtgemeinde eine „sehr stabile finanzielle Lage“. Weiters stellt der VP-Bürgermeister fest, man sei „für künftige Aufgaben bestens gerüstet“.

Da das Darlehen bereits im Nachtragsvoranschlag berücksichtigt wurde und Förderungen seitens des Landes in Aussicht gestellt wurden, musste die SPÖ zwar der Aufnahme zustimmen, die weitere Entwicklung unserer Gemeindefinanzen bleibt aber fraglich.