SPÖ-Projekt “Gratis-Nachhilfe”

„Das Pilotprojekt der Gratis-Nachhilfe kommt“, zeigen sich LHStv. Franz Schnabl, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und SPÖ-Frauenvorsitzende Elvira Schmidt kämpferisch und gleichzeitig hocherfreut, für die Familien Niederösterreichs einen enormen Mehrwert in die Testphase schicken zu dürfen. An den Standorten Amstetten, St. Valentin, Ybbs, Hirtenberg, Pottendorf und Ebreichsdorf wird noch diesen Sommer die Möglichkeit geschaffen, kostenlose Nachhilfe in Anspruch nehmen zu können.

Die SPÖ NÖ habe – wie im Arbeitsübereinkommen vereinbart – einen organisatorischen, wie finanziellen Vorschlag ausgearbeitet. Leider fand dieser in den Gesprächen mit der ÖVP NÖ keine Zustimmung. „Wenn man sich vor Augen führt, dass sage und schreibe 28.000 SchülerInnen in NÖ bezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen müssen und sich die Eltern weiterer 5.500 Kinder die Nachhilfe ob der enormen Kosten nicht leisten können, besteht akuter Handlungsbedarf. Die Politik ist gewählt, um für die Menschen im Land positive und die Geldbörse entlastende Erleichterungen zu schaffen“, so LHStv. Schnabl, der weiters berichtet, dass jeder Nachhilfeschüler pro Jahr durchschnittlich 590 Euro berappt.

Einer Studie des IFES im Auftrag der AK NÖ zufolge hat ein Viertel der niederösterreichischen Schulkinder im Schuljahr 2017/2018 Nachhilfe in Anspruch genommen. 28.000 Kinder bezahlt und 16.500 SchülerInnen durch Freunde, Verwandte, etc. 16,5 Millionen Euro würden jährlich etwa für externe Nachhilfe alleine in Niederösterreich aufgewendet. „Das sind alarmierende Zahlen, die man nicht vom Tisch wischen darf. Hier muss gezielt unterstützt werden“, so SPÖ Landesparteivorsitzende Stv. Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig: „Das ist eine massive finanzielle Belastung und sorgt für Druck und Stress innerhalb der Familie. Überhaupt, wenn die Nachhilfe für 14 % der SchülerInnen bereits in den Volksschulen beginnt.“

Die Studie spreche auch über die Zahl derer, die finanziell stark belastet wären, was bereits mehr als die Hälfte betrifft und gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich angestiegen sei. „Wenn alle bereit wären – und es gibt bereits viele Verbündete, über ideologische Grenzen hinweg – anzuerkennen, wie sinnvoll, gemeinsame verschränkte Ganztagesschulen wären, könnten sich viele Familien Investitionen in die Nachhilfe sparen. So ist sie aber höchst notwendig“, verweist Königsberger-Ludwig auf Zahlen, die belegen, dass in ganztägigen Schulformen Nachhilfe nur noch in den seltensten Fällen notwendig ist.

Elvira Schmidt, die Landesfrauenvorsitzende der SPÖ NÖ freut sich, dass trotz ÖVP-Nein, das erarbeitete Pilotprojekt zu laufen beginnen kann: „‘Nachzipf? Ich schaff das!‘ erfreut sich bereits jetzt großen Interesses. Die Gemeinden haben sich von Planungsbeginn an, für dieses Projekt offen und begeistert gezeigt. Die Problematik ‚teure Nachhilfe‘ ist mittlerweile allgegenwärtig. Sei es bei Bürgermeister-, Abgeordnetensprechstunden oder Gesprächen mit den BürgerInnen bei Veranstaltungen.“

Die Anmeldeformulare werden mit heutigem Tag in den Test-Gemeinden am Gemeindeamt aufliegen. Diese erheben auch den Bedarf in den Schulen. Im August soll das ‚Gratis-Nachhilfe‘-Pilotprojekt in Niederösterreich durchgeführt werden. Drei Wochen lang wird in den Gegenständen Mathematik, Deutsch und Englisch drei Stunden pro Tag Nachhilfe gegeben. Der Verein PRO NÖ werde diese Aktion tragen. Die Kosten belaufen sich für die Testphase auf etwa 24.000 Euro.

Mit dem erfolgreichen Pilotversuch und darauffolgender Evaluierung möchte die SPÖ-Spitze im Herbst wieder an die ÖVP herantreten, um das Projekt in den kommenden Jahren doch noch auf das ganze Bundesland „ausrollen“ zu können. Schnabl, Königsberger-Ludwig und Schmidt abschließend: „Wir sind hier, um etwas zu bewegen. Wenn uns das in diesem Fall mit der ÖVP nicht gelingt, sehen wir es als unsere Verantwortung andere Wege zu finden, um die NÖ Familien zu entlasten. Wir sind aber guter Dinge, dass der Erfolg des Projekts die ÖVP letztlich überzeugen wird und wir gemeinsam die Fortsetzung und Ausrollung – dann getragen vom Land NÖ – beschließen und verkünden können.“