Gänserndorf Kalender: Rote Termine unerwünscht

Alljährlich produziert die Stadtgemeinde Gänserndorf den beliebten „Gänserndorf Kalender“ und verschickt diesen an alle Haushalte. Darin wird örtlichen Vereinen, Institutionen und auch politischen Parteien kostenlos die Möglichkeit geboten, Veranstaltungen eintragen zu lassen und damit der gesamten Bevölkerung kundzutun.

Diesem Service der Gemeinde wiederfährt nun eine strenge Zensur seitens des VP-Bürgermeisters, dem die zahlreichen „roten“ Termine im Kalender zu viel sind. Die SPÖ und ihre befreundeten Organisationen sollen, laut VP-Bürgermeister Lobner, zukünftig mit insgesamt 6 Terminen im Kalender auskommen. Zur Info: 2018 waren mit Kinderfreunden (Nikolofeiern, Ostereiersuchen, etc.), Pensionistenverband (Sommerfest, Pensionistenball, etc.) und SPÖ (Faschingsgschnas, Sommerball, etc.) 19 Veranstaltungen eingetragen.

„Eine Frechheit wie hier agiert wird, nur weil ÖVP und Seniorenbund wenig bis gar keine Veranstaltungen für unsere Bürgerinnen und Bürger zustande bringen“, meint SP-Stadtrat Michael Hlavaty, stellvertretender Parteivorsitzender. „Anscheinend will der Bürgermeister im Jahr vor der Gemeinderatswahl politische Mitbewerber aus der Öffentlichkeit fernhalten“. Weiters weist Hlavaty auf die Eigenständigkeit der Organisationen hin: „Die Kinderfreunde, der Pensionistenverband und alle anderen befreundeten Organisationen arbeiten ehrenamtlich für die Gänserndorferinnen und Gänserndorfer und sind der SPÖ nicht unterstellt. Wie kommen diese hart arbeitenden Funktionäre dazu, dass ihre Termine nicht mehr im Kalender erscheinen, nur weil die ÖVP und deren nahe Organisationen seit Jahren keine Präsenz in Gänserndorf zeigen“. Hlavaty fordert den VP-Bürgermeister auf „die Parteipolitik hier hinten anzustellen und wie bisher allen Vereinen, Organisationen und Parteien die uneingeschränkte Möglichkeit zu bieten, ihre Veranstaltungen zu bewerben“.