Kinder vor LKWs schützen

Besonders für Kinder ist der große tote Winkel von LKWs lebensgefährlich. Das hat zuletzt der tragische Fall eines Buben in Wien gezeigt. „Abbiegeassistenten“ könnten die Lösung sein. Wir fordern den verpflichtenden Einbau.

Am 31. Jänner 2019 endete der Schulweg für den neunjährigen Henry in Wien tödlich. Weil er sich im toten Winkel eines LKW befand – der Fahrer konnte das Kind, das über den Zebrastreifen ging, nicht sehen, als er abbog. Solche Unfälle sind tragisch und machen wütend. Weil sie vermeidbar wären.

Kein Handeln auf gut Glück

Denn es gibt bereits eine technische Lösung, um das Sichtfeld von LKW-FahrerInnen zu erweitern – den sogenannten Abbiegeassistenten (unter SPÖ-Führung wurde dazu eine Studie in Auftrag gegeben). Was sich technokratisch anhört, kann Menschenleben retten. Den großen toten Winkel bei LKW muss es nicht geben. Der Abbiegeassistent ist ein elektronisches System, das den toten Winkel mittels Sensoren (bzw. Kamera) ausleuchtet und den Fahrer warnt. Gerade im Stadtverkehr kann man es nicht einfach hinnehmen, dass LKW-FahrerInnen einen Großteil von dem, was um sie passiert, nicht mitbekommen und sozusagen auf gut Glück handeln, wenn sie abbiegen oder zurücksetzen. Jedes Jahr sterben in Österreich 16 Fußgänger bzw. Radfahrer bei Unfällen mit LKW.

Was ist ein Menschenleben wert?

Wir als SPÖ fordern deshalb den verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten in LKW. Das kostet Geld. Die harte Frage lautet also: Was sind uns Menschenleben und insbesondere Kinderleben wert? Unsere Vorsitzende Pamela Randi-Wagner stellt klar: „Kosten und Wettbewerbsfähigkeit dürfen niemals über die Sicherheit von Menschen gestellt werden“. Es ist daher höchste Zeit, dass die Bundesregierung – allen voran Verkehrsminister Hofer – endlich handelt. „Machen wir die Straßen für alle – insbesondere für die Kinder – sicherer. Solche Probleme dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden!“, sagt Rendi-Wagner.

Verkehrsminister im Dienste der Wirtschaft

Es muss allerdings ernstes Interesse bestehen, solche Probleme überhaupt lösen zu wollen. Wie der „Falter“ berichtet, darf im Falle des FPÖ-Verkehrsministers daran gezweifelt werden. Denn das Ergebnis von Hofers „Sicherheitsgipfel“ stand offenbar schon vorher fest, der ganze Gipfel war damit nicht mehr als eine Farce, so der Falter. Angeblich technisch nicht ausgereift und europarechtlich ein Problem, könne der Abbiegeassistent nicht verpflichtend eingeführt werden, so die Begründung Hofers, der damit dieselben Argumente ins Feld führte, wie Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung. Die (vorläufigen) Ergebnisse der SPÖ-Studie dagegen sind vielversprechend. Und es wäre Sache der Bundesregierung, die Kommunen zu ermächtigen, verpflichtende Ausrüstungen für LKW festzulegen und nicht auf EU– Vorgaben zu warten. So wie London – dort herrscht im Innenstadtgebiet ab 2020 für LKW ohne Abbiegeassistent Fahrverbot.