Marchfeld Mobil: Viel versprochen, wenig gehalten

„Über 70.000 € jährlich werden hier versenkt!“ so StR Michael Hlavaty nach der Präsentation des neuen „Marchfeld Mobil“. Ab 1. April soll die landeseigene GmbH den öffentlichen Verkehr in der Region ergänzen, nur ist die SPÖ vom Endergebnis der Planungen nicht überzeugt. „Klar war die SPÖ in der damaligen Gemeinderatssitzung für die Subventionierung der GmbH und des Konzeptes, es fehlt unserer Stadt bekanntlich an lokalen Nahverkehrslösungen. Allerdings befand sich alles noch in der Planungsphase, das nun präsentierte Konzept ist komplett unausgegoren“, so der SP-Stadtrat weiter. Auch seine Parteikollegin StR Ulrike Cap sieht im neuen Mobilitätskonzept beträchtliche Mängel: „Warum ein Komfortzuschlag? Dann noch eine Erhöhung ab 20 Uhr von €2 auf €4? Das Fahrzeug bleibt schließlich dasselbe, also kann der Komfort sich nicht plötzlich erhöhen. Handelt es sich hierbei vielleicht um eine versteckte Preiserhöhung?“

Beide SP-Mandatare halten die Tarifstruktur für zu unübersichtlich sowie die Kosten für jeden einzelnen Nutzer für deutlich zu hoch und stellen eine Beispielrechnung auf: „Wenn drei Jugendliche, die keine VOR-Zeitkarte besitzen, im Sommer vormittags ins Parkbad nach Schönkirchen-Reyersdorf fahren wollen, so kostet das € 5,60 pro Person. Also für alle zusammen € 16,80 und inklusive Rückfahrt € 33,60.“ Auch dass das Top-Jugendticket nur von 14 – 19 Uhr anerkannt wird, stört die SPÖ gewaltig. „Mit einer kompletten Anrechnung des Top-Jugendtickets würden die Jugendlichen gerade in den Ferien kostengünstig durch die Region kommen und in unserem Rechenbeispiel wären dann die Kosten mit € 6,- je Fahrt für drei Personen auch überschaubar“, so Hlavaty. Zum Abschluss stellen beide Stadträte fest: „Hier wurde eine Chance verpasst, der Stadt und der Region eine kostengünstige Alternative im Nahverkehr zu ermöglichen – die versprochene Aufwertung des Verkehrsangebots blieb klar aus. Die Vermutung der Mitfinanzierung einer landesnahen GmbH liegt nahe.“